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Rede von Stephan Hilsberg zum Tag der deutschen Ei

20 Jahre Deutsche Einheit - Festveranstaltung Hilchenbach-Dahlbruch


Als ich mich zu Hause anschicke, den Entwurf meiner Rede zu Papier zu bringen, unterbricht mich meine Frau, um mir begeistert von ihrer Schulklasse im Westberliner ehemaligen Arbeiterbezirk Wedding zu erzählen. Sie unterrichtet dort an einer Gemeinschaftsschule, ehemals Gesamtschule Schüler mit 90 % Migrationshintergrund, sprich Türken und Arabern. Früher kannte ich den Wedding nur vom Hörensagen. Zu DDR-Zeiten war auf den Stadtplänen von Berlin Westberlin nur eine einzige weiße Fläche, dort wurden nicht mal die Stadtbezirksnamen verzeichnet, um uns DDR-Bürger nicht ausversehen auf dumme Gedanken zu bringen.

Ein Freund von mir, ein Ornithologe, der ein populärwissenschaftliches Vogelbuch veröffentlichen wollte, wurde die Frage: „Warum folgen unsere Gedanken wohl sehnsuchtsvoll den Zugvögeln, wenn sie im Herbst in ihre Winterquartiere aufbrechen?“ aus dem Manuskript gestrichen, weil man als DDR-Bürger solche Sehnsüchte nicht pflegen durfte.

Nein, die DDR war wahrhaftig kein Land, dass man lieben konnte, obwohl wir immerzu zur Liebe unseres sozialistischen Vaterlandes erzogen wurden. Es war meine Heimat, weil es das Land meiner Familie, meiner Freunde, meiner Schule, meiner Einkaufsläden, meiner Musik, schönen Landschaften, tollen Freundschaften , und meiner Tristesse war. Ich fühlte mich ihr zugehörig, nicht weil ich Kommunist, oder gar FDJ-ler war, was ich alles nicht war, sondern weil dieses Land meine Heimat war. Und die liebt man immer, ganz gleich, was sie einem zu bieten hat.

Ich könnte in dürren Worten, z.T. in statistischer Beschreibung den Lebensalltag der DDR beschreiben. Die Rentner lebten von einer Mindestrente, auf die die SED ganz stolz war, weil sie sie erst in den 70-ger Jahren eingeführt hat. In den 80-ger Jahren wurde sie auf 300 MdN (Mark der Deutschen Notenbank) oder auch Ostmark, wie wir sagten, angehoben. Das waren umgerechnet 75 DM. Und auch in der DDR konnte man sich nicht viel davon kaufen. Viele der Rentner lebten erbärmlich, mit Ofenheizung und Beistellherd in der Küche, sie wissen, Holz- und Kohlefeuerung fürs Essen und Küchenwärme. Warmwasser Fehlanzeige, Klo (meistens Plumpsklosett) auf der halben Etage. Aber dafür lebten die Rentner auch nicht so lange. Denn die Lebenserwartung in der DDR lag um gut 12 - 15 Jahre niedriger als in der damaligen Bundesrepublik und ca. 10 Jahre heute. Dafür war die Selbstmordrate doppelt so hoch wie heute, und deutlich höher als in der damaligen BRD.

Ich könnte diese Statistiken fortsetzen. Aber meine Erinnerungen sind andersartig. Ich denke an meinen Freund Jürgen Buchhorn, der versucht hat über die bulgarisch – türkische Grenze zu fliehen, und der das Glück noch zu leben vermutlich dem Umstand verdankt, dass sie ihn im Vorfeld dieser Grenze gekascht hatten. Er durfte, als er dann in der DDR anderthalb Jahre Knast absaß, bis ihn der Rechtsanwalt Vogel in den Westen begleitet hatte, nicht einmal seine sterbende Mutter besuchen, denn er war ja kriminell. Legal verurteilt in Ausübung eines Menschenrechts, das die DDR mit der Unterzeichnung der Charta der vereinten Nationen feierlich anerkannt hatte.

Ich denke an meine Tochter, die uns damals, Mitte der 80-ger, 3 Jahre alt, fast gestorben wäre, weil die DDR nicht über ein Medikament verfügte, dass die gute Ärztin zwar kannte, aber an das sie nicht herankam. Westmedikamente gab es nicht, weil sie Devisen kosteten. Die hatte die DDR nicht. Aber sie war mächtig stolz auf ihr Gesundheitssystem, das so einfach, und so kostenlos sei. Gott sei Dank hatte ich einen Onkel, der in Westberlin ein bekannter Kinderarzt war, und der uns – selbstverständlich – dieses Medikament rüberschmuggelte.

Vielleicht erzähle ich noch mal von meiner Frau. Die hätte gerne schon zu DDR-Zeiten Lehrerin werden wollen. Aber die Behörden, in diesem Fall der Schulrat hatten anderes mit ihr vor. Man konnte nämlich nicht einfach ein Studium beginnen, man brauchte eine Delegierung, eine Eignung, eine Empfehlung. Und in ihrem Fall entschied der Schulrat, kein Numerus Klausus oder die Fachschule. Und dem Schulrat passte der Studienwunsch meiner Frau nicht, und dann genehmigte er den Lehrerberuf nur für die Fächer Staatsbürgerkunde und Geschichte. Staatsbürgerkunde war aber ein weltanschauliches Unterrichtsfach, in dem die Kinder mit SED-Propaganda indoktriniert werden sollten. Nebenbei: Geschichte war nur unwesentlich besser. Der Schulrat wollte auf diese Weise ihren Lehrerberufswunsch vereiteln. Und das gelang ihm auch.

Wo sie auch hinhorchten, hinsahen in der DDR, überall gab es diese Zeichen der Willkür, der Einmischung, der Entrechtung, Zeichen von öffentlicher Lüge, von Propaganda – während der graue Lebensalltag der DDR immer trister wurde.

Die DDR war eine Diktatur. Hier hatte man als Bürger nichts zu sagen. Eigene Meinungen waren nicht erwünscht. Entfaltungsraum für Individualität gab es nicht. Und wenn, wurde er hart erkämpft, und war vor der Willkür der SED nicht sicher. Die SED hatte die Macht, und sie würde sie im Leben nicht freiwillig abgeben.

Wir guckten in den Westen, wo fast alles schöner war. Die Politik war öffentlich. Das Parlament diskutierte. Die Medien fanden alle Skandale. Die Wirtschaft blühte. Das Sozialsystem war leistungsfähig. Man konnte studieren was man wollte. Leistung zählte, und nicht das Parteibuch oder die Willfährigkeit. Und wenn es im Westen bestimmt auch Anpassungsphänomene gab, natürlich war auch hier nicht alles so glänzend, aber ihre Mängel schienen doch gegenüber der DDR verschwindend gering zu sein, und vor allem, man konnte drüber reden.

Manchmal benutzten Kollegen, wenn sie über den Westdeutschland oder Westberlin sprachen, den Begriff „Bei uns drüben“. Und man verstand sofort, was sie meinten. Es war drüben, aber es war auch ein Ort eigener Sehnsucht.

Aber es schwang in diesem Begriff „bei uns drüben“ noch etwas anderes mit, was ich erst später verstand.

Wir wussten, wenn man erst mal im Westen war, bekam man sofort einen bundesdeutschen Pass. Auch wenn man sich als DDR-Bürger bei einer westdeutschen Botschaft im sozialistischen Ausland meldete, insbesondere in Jugoslawien bekam man sofort einen solchen. Man war ab sofort Bundesbürger mit allen Rechten, mit allen Möglichkeiten, und der kompletten sozialen Absicherung. Diese Aussicht schien verlockend. Ich sage nicht, war verlockend. Mir erschien sie nur so. Denn ich gehörte zu jenen Menschen, für die eine Übersiedlung erst als letzte aller Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen war. Viele Menschen aber entschlossen sich in den Westen zu gehen. Manchmal dachte ich, etwas leichtfertig, etwas schnell, und etwas bequem. Aber sie entschieden sich und waren dann auch irgendwann weg. Und man war wieder etwas einsamer geworden. Und ich nahm ihnen das auch etwas übel, obwohl ich es andererseits auch verstehen konnte.

Im Grunde nahmen sie selbstverständliche Rechte für sich in Anspruch. Aber ich, und da stand ich nicht alleine, sahen in ihnen eher etwas verantwortungslose Mitbürger, die die harte Last eines Lebens in der Diktatur nicht mehr schultern wollten und die sich der Aufgabe entzogen, das Leben in der DDR gemeinsam etwas menschlicher, etwas lebenswerter zu gestalten.

Das war eine sehr milde Version des kommunistischen Selbstverständnisses, wonach man in der DDR den Sozialismus aufbaute, und alle diejenigen, die sich dem durch Flucht entzogen, zu Verrätern stempelte. Ein bisschen von dieser Haltung findet sich noch heute im Jammern, das man in Ostdeutschland in strukturschwachen Regionen hören kann, die ihrer wegziehenden Jugend nachtrauern, weil ihnen ihre Heimatregionen keine Zukunft zu bieten haben, und sie in der Ferne lernen und arbeiten können, was ihnen zu Hause nicht möglich ist.

Ja die DDR. Sie war ein totalitärer Staat, in welchem nur eine Gedankenwelt herrschte, und in der die Menschen in Freund und Feind eingeteilt wurden. Man sagt immer so leicht, sie sei eine kommunistische Diktatur gewesen, was zweifelssohne stimmt. Aber dieser Begriff ist abstrakt, und wird erst jenen verständlich, die wissen, was eine Diktatur bedeutet.

Diktatur bedeutet immer, dass Meinungen verboten, unterdrückt, bestraft werden; sie bedeutet, dass Grundrechte vorenthalten werden. Sie bedeutet das Ausdehnen des Machtanspruchs einer herrschenden Kaste über das öffentliche hinaus in den privaten Bereich. Sie bedeutet Gängelung und Demütigung, sie bedeutet fast immer Stagnation und Verlust an Innovation und Kreativität. All das ist abstrakt. Seinen Ausdruck fand die SED – Diktatur in Bautzen, diesem berüchtigten DDR-Zuchthaus, wo man wegen Sozialdemokratismus 5 Jahre abzusitzen hatte, manchmal länger, fand sie in der täglichen Zensur, in den unlesbaren Zeitungen, in der Mauer, dem Beton gewordenen Herrschaftsanspruch der SED. Aber all dies waren gewissermassen äussere Kennzeichen, Symbole.

Im inneren, geistigen Bereich ist eine Diktatur der Anspruch einer Weltanschauung, die den Menschen zuschreibt, was sie sind und was sie zu sein haben, und die ihnen das Recht abspricht, für sich selber entscheiden zu dürfen, was sie sein möchten. Sie schafft die Sphäre der inneren, der geistigen, der menschlichen Freiheit einfach ab. Sie nimmt ihnen das Recht auf Selbstbestimmung bis weit in den privaten Bereich hinein. Nicht der einzelne entscheidet, was er sein will, sondern die herrschende politische Kraft. So hat der Nationalsozialismus die Deutschen zu Herrenmenschen erklärt und die Juden, Homosexuellen, Zigeuner oder Slawen zu Untermenschen. So hat der Kommunismus die Menschen eingeteilt in Ausbeuter und Ausgebeutete und die Menschen durch ihre Zugehörigkeit zur entsprechenden Klasse definiert und bestimmt. Diese Art von Zuschreibung war zwanghaft, und wen der Bannstrahl traf, der entrann ihm nicht. Er konnte nichts dafür. Ihn machte zum Ausbeuter, zum Juden, zum Slawen das Denken dieser jeweiligen totalitären Denkrichtungen. Diese Art der Zuschreibung von Eigenschaften ist im eigentlichen Sinne ein Anschlag auf die Würde des Menschen, ja sie steht ihm diametral gegenüber. Im totalitären Denken wird ein Gesellschaftsmodell entworfen, das ausnahmslos für alle gilt. Anderes Denken hat hier keinen Platz, darf, ja muss vernichtet werden. Das totalitäre Gesellschaftsmodell ist meistens überlebensgross, der Mensch hingegen ist klein, unbedeutend. Das Dritte Reich wollte 1000 Jahre dauern, und halb Europa sein eigen nennen. Die Schmach der Niederlage des ersten Weltkriegs sollte gerächt werden, und Deutschland endlich die erste, die wichtigste Nation der Welt werden.

Der Kommunismus wollte auch etwas ganz grosses: er wollte die Überwindung der Ausbeutung, der Klassengesellschaft, des Unrechts, des Privateigentums an Produktionsmitteln, er wollte ein Paradies; nie wieder Krieg, den ewigen Frieden, den immerwährenden Fortschritt und eine Überwindung dieses kleinkarierten und klassengelenkten christlichen Glaubens.

Diesem Denken entsprach das totalitäre Handeln der Nationalsozialisten und der Kommunisten. Hegel formulierte mal: Denken ist Handeln. Auch in abgemilderter Form ‚Denken mündet in Handeln‘ enthält dieser Spruch noch immer seine ideologiekritische aber auch ideologierfördernde Sprengkraft. Wichtig ist aber, dass all das Unrecht, das wir in den beiden Diktaturen erlebt haben, geistige Hintergründe hat, welche wir verstehen wollen müssen, wenn wir uns daran machen, solche Diktaturen nicht mehr zuzulassen.

Es ist auch wichtig zu verstehen, wie es kam, dass soviele Menschen in der DDR Mitläufer wurden. Nebenbei, natürlich auch im Nationalsozialmus. Allerdings mache ich hier schon Unterschiede aus. Die freiwillige Zustimmung zum Nationalsozialismus war weit höher, als die zum Kommunismus. Die Kommunisten waren verhasster, als es die Braunen im Dritten Reich waren. Viele Menschen haben sich die Zuschreibungen der jeweiligen Diktatur gut gefallen lassen. Natürlich war es schön, wenn man als Deutscher eine lichte, schöne Zukunft verprochen bekam, wenn Deutschland wieder gross werden sollte. Na gut, die Juden, die wurden leider zu Opfern, aber irgendwie, so erschien es vielen Deutschen damals, waren sie daran auch selber Schuld. Sebastian Haffner beschreibt diesen Zuschreibungsprozess sehr aufmerksam.

Und im Kommunismus, die Ausbeuter, diese stinkreichen Unternehmer und Fabrikbesitzer besitzen sowieso zuviel Geld. Ausserdem waren die Imperialisten am 2. Weltkrieg schuld. Die konnte man ruhig enteignen. Und diese Landjunker, die meisten waren eh schon weg, aber auch so konnte man sich an ihren Gutsbesitzerhäusern schadlos halten. Bei der Bodenreform traf es dann zwar auch schon die Bauern, aber wie viele andere Landarbeiter bekamen endlich Land? Da konnte man mit diesem Unrecht schon ganz gut leben. Und dann schuf die DDR die Arbeiter- und Bauernfakultäten, wo in der Tat anfangs Arbeiterkinder Abitur machen durften. Da konnte man schon hinnehmen, dass der gleiche Staat, die Kinder von Ärzten, von Lehrern, von Pfarrern etc. diskriminierte und zum Abitur erst gar nicht zuließ. Alles war ganz legal, und manchem erschien es nur gerecht zu sein. Tausendfach kennt die DDR solche Geschichten, wo Unrechtsakte durchaus auch legitim und sogar gerecht zu sein scheinen. Wenn jemand geflohen ist, was soll man dann mit seinem Haus machen? Es geht in Staatsbesitz über. Wenn jemand Westverwandtschaft hat, dann kann er eben bestimmte Leitungsposten nicht mehr beanspruchen – oder er darf kein Leistungssportler werden. Und wenn jemand über die Mauer macht, was sollen dann die armen Grenzer machen ? Sie sind ja gezwungen zu schießen. Sonst leiden sie ja selber wegen Befehlsverweigerung.

Diese Art von Zuschreibung, nicht ich entscheide, was ich für mich will, was ich für einen Glauben habe, welcher politischen Richtung ich mich anschliesse, sondern eine herrschende politische Kaste entscheidet was richtig und was falsch ist, das macht Diktaturen aus, und das hat auch die DDR ausgemacht. Es ist nicht ganz falsch, wenn man die DDR deshalb als einen Weltanschauungsstaat bezeichnet. Sowohl ihre Vision von der klassenlosen paradieshaften Gesellschaft, als auch von der Überwindung aller nichtantagonistischen Widersrpüche haftet etwas religiöses an. Es ist aber keine milde Religion, sondern eine aggressive. Es ist eine Religion, die nach Herrschaft trachtet, weil sie sich erst realisieren kann, wenn sie herrscht, weil die Voraussetzung für ihre Heilsvision die Umgestaltung einer ganzen Gesellschaft ist. Auch hier wird deutlich, warum die SED die Gesellschaft umkrempeln musste, warum sie ihre Feinde ausmerzen mussten, weil sie der klassenlosen Gesellschaft im Wege standen. Es kommen einem nicht zufällig die islamistischen Praktiken in den Sinn, die man durchaus mit dem stalinistischen Terror in eine Reihe stellen kann.

Diese totalitäre Praxis hat die Menschen in die Zange genommen. Sie hat jenen, die sich behaupten wollten, allerhöchstes abverlangt. Und das zu schultern war fast unmenschlich schwer. Aber es gab sie. Ja ich würde sogar sagen, die Mehrheit der Menschen in der DDR würde zu recht sagen, dass sie dieser Diktatur widerstanden haben. Und doch hat diese totalitäre Praktik tiefe Spuren in den Menschen hinterlassen, die bis heute deutlich zu spüren sind. So gesehen, haben wir die Diktatur noch nicht vollständig abgeschüttelt. Aber das ist ein anderes Thema.

Es gab Widerstand in der DDR gegen diese Diktatur, unabhängig von der durch die Fluchtbewegung praktizierte Abstimmung mit den Füssen. Drei Mio. Menschen haben die DDR gen Westen zwischen 1945 und 89 verlassen, ein reichliches Sechstel ihrer Bevölkerung.

Widerstand gab es schon kurz nach dem 2. Weltkrieg – gegen die Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED. Widerstand gab es insbesondere in den evangelischen Kirchen. Hier wurde er z.T. von der Kanzel verkündet. Widerstand gab es bei den Schülern. Ganze Klassen hat die DDR nach Sibirien transportiert. Ein Grossteil dieses Widerstandes folgte einem sehr demokratischen Impuls. Mancher machte vor Spionage und Sabotage nicht halt. Trotzdem sollten wir ihn ehren, denn dies war sehr mutig und geschah in tiefster Ablehnung des damaligen stalinistischen Terrors. Mancher Widerstand wurde im Westen begleitet, mancher gar gesteuert. Aber in der Regel kam er auf eigene Initiative zu stande.

Er hatte keinen Erfolg. Auch der Aufstand 53 hatte keinen Erfolg. Aber er zeigte erstaunliches. Denn plötzlich skandierten die Leute nicht nur Forderungen nach besserer Entlohnung und leichteren Arbeitsbedingungen, sondern auch nach Demokratie und Freien Wahlen, und zum Schluss nach Deutscher Einheit. Ich gebe zu, mich hat das immer gewundert. Es zeigte sich, das diese Sehnsucht nach der ungeteilten deutschen Nation in den Menschen lebendig war. Doch ich kannte ja meine Kommunisten. Was sie einmal hatten, das gaben sie nicht mehr her. Noch stärker galt diese Erfahrung von den Russen. Land, das sie einmal besassen, das rückten sie nicht mehr raus. Und in der Tat mit der Niederschlagung dieses Aufstandes war auch der Wunsch nach Deutscher Einheit verstummt.

Die anderen Formen des Widerstandes hielten an. Doch sie veränderten sich mit dem Mauerbau. Dieses dumpfe Bauwerk betäubte die Seelen der Menschen. Es ließ die Mutlosigkeit wachsen, und machte die Anpassung zu einer Tugend.

Es schien, als brachte niemand mehr die Kraft zum Widerstand auf. Aber er erstand neu, und aus Ecken, die in keinem Bezug mehr zu den demokratischen Institutionen wie demokratischer Parteien oder Gewerkschaftsbewegung standen.

Havemann war Kommunist, ja er war sogar mal Stalinist, und trotzdem wurde er zu einem der bedeutendsten Widerständler in der DDR. Auch Wolf Biermann war Marxist, und trotzdem schrieb er Lieder, die eine einzige Anklage an das System waren. Und in manchen evangelischen Gemeinden entstanden so merkwürdige Gruppen von jungen Leuten, die hier einfach über ihr Andersein, das Andersseinwollen, die Ablehnung dieses Systems, und mögliche Formen des Protestes dagegen redeten. Havemann hat schon Ende der 60-ger Jahre die Vision gehabt, dass aus der Vereinigung dieser beginnenden christlichen Oppositionsbewegung und den Intellektuellen Linken in Ostdeutschland, die ebenfalls gegen diese Diktatur eingestellt waren, so etwas wie eine Liaison entstehen könnte. So Unrecht hat er nicht gehabt.

Und dieser Havemann hatte die Deutsche Einheit im Blick. Der Berliner Appell 1981/82, den er gemeinsam mit Rainer Eppelmann, auch einer der herausragenden Oppositionellen in der DDR, wird begleitet von einem Aufruf, die Teilung Deutschlands zu überwinden, weil diese den Ost-West-Konflikt und die atomare Hochrüstung wesentlich mit verursacht habe.

In diesen 80-ger Jahren ist die Opposition in der DDR zu einem flächendeckenden Netzwerk herangewachsen, in welchem neue Protestformen ausprobiert wurden und vor allem eine Diskursebene über die Zukunft der Gesellschaft in der DDR gepflegt wurde, die es so vorher nicht gab, und die von der SED nicht kontrolliert wurde. Es sollte sich zeigen, dass dieses Netzwerk wesentlich die friedliche Revolution 89/90 initiierte und ihr die Ideen gegeben hat.

Die Idee der Deutschen Einheit war wahrscheinlich niemals tot gewesen. In den letzten beiden Jahren der Existenz der DDR 88/89, in der die Macht der SED spürbar zerrann, trauten sich vereinzelt Menschen wieder von dieser Sehnsucht zu reden. Allerdings war sie nicht das elektrisierende Thema der Opposition, wenn ihr auch ein deutlicher Zusammenhang zwischen Frieden und Überwindung der Deutschen Teilung klar war. Aber das fand auf einer recht hohen Reflexionsebene statt. Feuer und Flamme für die Wiedervereinigung war in der Opposition niemand. Man sollte ihr das auch nicht übelnehmen. Wer hat damals schon einen realistischen Weg zur Deutschen Einheit gesehen ? Der Westen nicht und der Osten auch nicht. Nein die Opposition in der DDR war von der Idee der Freiheit und der Menschenrechte elektrisiert, von Demokratie und Selbstbestimmung. Zuerst musste mal das Problem dieser kommunistischen Diktatur gelöst werden. Danach konnte man weitersehen.

Überhaupt die Deutsche Einheit, oder Deutschland als Nation. So selbstverständlich war das gar nicht, wie es sich anhört. Nation ist mehr als: gemeinsame Sprache, gemeinsame Herkunft, gemeinsame Abstammung, gemeinsame Geschichte. Deutschland ist nicht über die Deutsche Sprache alleine definiert. Was wäre sonst mit Österreich, mit der Schweiz, oder gar Tirol? Deutschland hat eine bemerkswert grosse europäische Geschichte. Doch von der Abstammung her sind wir keineswegs alle gleich. Da sind viele Einflüsse dazu gekommen. Die Slawen in Sachsen, die Polen im Ruhrgebiet, die ehemaligen Gastarbeiter, und ihre Familien, die häufig schon so deutsch geworden sind, dass wir sie gar nicht mehr erkennen. Was ist mit den Juden, die Deutschland ungeheuer bereichert haben, und bis zum 3.Reich in der Regel die gleiche deutsche Identität hatten, wie ihre sogenannten deutschen (dieser hässliche Begriffe arig will mir hier nicht über die Lippen) Mitbürger. Heute dürfen wir glücklich sein, dass die jüdischen Gemeinden an Zahlen wieder zunehmen, weil die Angst vor deutschen Antisemitismus vergleichsweise klein geworden ist. Ich denke ja auch, vor einem demokratischen Deutschland braucht niemand Angst zu haben.

Der Begriff der Nation entsteht mit der Moderne, er entsteht mit der Grossen Französischen Revolution. Denn dieser neue Staat, der allen seinen Bürgern gleiche Rechte einräumt, der auf den Werten der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Brüderlichkeit aufbaut, gibt seinen Bürgern etwas, das sie sonst nirgendwo auf der Welt finden können, von den jungen Vereinigten Staaten einmal abgesehen. Im Zentrum dieser Revolution steht die Befreiung des Individuums; seine Entfaltung, seine Perspektive, seine Kreativität und seine Freiheit sollen geschützt und garantiert werden. Und so entsteht mit diesem Staat die moderne Nation. Freiheit und Demokratie sind mit ihm untrennbar verbunden. So etwas gab es vorher nicht. Und das macht seine Strahlkraft aus, und das verändert die ganze Welt. Zuerst natürlich Europa.

In Deutschland wird diese Revolution von vielen Bürgern begrüßt.

Und es ist kein Wunder, dass die Demokraten hier immer auch eine Vorstellung von Deutschland als Nation hatten. Es ist kein Wunder, dass sich 1848 die Paulskirchenbewegung bemühte, einen deutschen Staat zu schaffen, weil sie den demokratischen und freiheitsgarantierenden Charakter der modernen Nation zum Motor der demokratischen Entwicklung machen wollten. Und genau das war einer der Gründe, weshalb der preussische König das Angebot der Kaiserkrone aus den Händen dieser verfassungsgebenden Versammlung nicht annahm. Er wollte nicht den Demokraten verpflichtet sein, sondern verstand sich von Gotten Gnaden. Dabei hatte einer der grössten preussischen Philosophen, Immanuel Kant schon in 18. Jahrhundert erkannt und formuliert, dass die menschliche Vernunft einer solchen angemassten Autorität nicht nur nicht bedarf, sondern dass die freiwillige Unterordnung unter solche Autorität auch etwas mit selbstverschuldeter Unmündigkeit zu tun hat.

Die Gründung des deutschen Reiches 1871 war einerseits Staatskunst auf hohem Niveau, aber auch eine unglückliche Geburt, weil sie den europäischen Rivalitäten verpflichtet blieb, und sich eben nicht als gleich unter gleichen verstand, sondern Vormachtstellungen beanspruchte. Vormachtstellungen übrigens nach innen wie nach aussen. Ihr demokratischer Charakter war unterentwickelt. Gleichwohl, der parlamentarische und auch bürgerliche Emanzipationsprozess in Deutschland zeigte in den Jahren von 1871 bis 1918 beachtliche Fortschritte.

Doch Deutschland versuchte in dieser Zeit immer noch etwas besonderes zu sein: Kulturnation, Kaiserreich, besondere Mission. Heinrich August Winkler, der grosse Berliner Historiker hat in seinem Buch „Deutschlands langer Weg nach Westen“ den Prozess der Abnabelung von dieser besonderen deutschen Mission beschrieben, der zum Schluss, im Nationalsozialismus, Deutschland nicht erhöhte, wie versprochen, sondern zerstörte.

Doch die Idee, die Vision einer deutschen Nation war damit nicht tot.

Ein besonders faszinierendes Kapitel auf dem Weg dahin war übrigens die Weimarer Republik, die man nicht nur an ihrem Untergang messen sollte, sondern an ihrem Mut, ihrem demokratischen Selbstverständnis, und der Kraft, mit der sie demokratische Grundrechte fast ideal realisiert hat.

Sie hat nicht bestanden, weil ihr, das ist ja bekannt, die Unterstützer einerseits (die bürgerlichen Kräfte) fehlten, und andererseits sich ihre eigentlichen Gründer, die Sozialdemokraten in Regierungstätigkeiten und manchen anderen unbewältigten Herausforderungen verschlissen hatten. Und bekannt ist auch, dass diese Republik von Anfang an bekämpft wurde, von links und von rechts. Kommunisten und Nationalsozialisten versprachen den Menschen etwas anscheinend besseres. Und obwohl man sich bekanntlich für Versprechen nichts kaufen kann, schienen den Deutschen diese Versprechungen immer noch mehr wert zu sein, als die mühsamen, kleinen aber nachhaltigen Erfolge der Weimarer Republik. So war das schlimmste der Weltwirtschaftskrise 1932 bereits überwunden. Die Reparationsforderungen des Versailler Vertrags waren faktisch annuliert. Das Autobahnbauprogramm lag bereits fertig in der Schublade, bevor die Nazis die Macht ergreifen konnten. Und last but not least gingen die Wahlergebnisse der NsdAP bereits wieder zurück, als dieser Depp Hindenburg glaubte Hitler zum Reichskanzler machen zu müssen.

Das ist unsere deutsche Geschichte.

Wir haben lange um sie gerungen, wir haben es uns nicht leicht gemacht, und wir haben uns unsere Niederlagen selber beigebracht.

Und ich denke, dass klar ist, dass die Frage der Deutschen Nation eben keine reine Gefühlsangelegenheit, erst recht nicht selbstverständlich oder gar einfach ist.

Die Deutschen hatten mit dem 2. Weltkrieg, dem Nationalsozialismus und dem Holocaust nicht das Recht auf eine eigene Nation verwirkt. Aber sie schien in weite Ferne gerückt, z.T. unerreichbar zu sein.

In der alten Bundesrepublik entstand eine eigene Identität. Und das will ich ihr auch gar nicht vorwerfen. Im Gegenteil, es war eine moderne, weltoffene, neugierige und zupackende Identität. Die alte Bundesepublik hat ja auch eine spannende, sehr erfolgreiche Geschichte. Doch wenn sich diese neu entstehende als nationale Identität verstand, dann beinhaltete sie einen Gedächtnisverlust an Geschichte und der gemeinsamen, gesamtdeutschen Verantwortung für diese Geschichte.

Die Staatspartei der DDR hingegen hat versucht einen eigenen, sozialistischen Nationalbegriff zu prägen. Das blieb abgehoben, und weitgehend erfolglos. Ein paar Bauwerke und wiederaufgestellte preussische Denkmale, wie das vom alten Fritzen auf der Berliner Prachtstrasse „Unter den Linden“ sind geblieben.

Und dass die Opposition wenig über die Deutsche Einheit redete, das hat verschiedene Gründe: Hier gab es viele, die suchten nach einem Dritten Weg. Und dann gab es einige, die diffus sozialistischen Vorstellungen anhingen. Das ist auch angesichts der grossen Bedeutung von Havemann nachvollziehbar. Manche hatten überhaupt keine staatlichen Vorstellungen, sondern lehnten diese Diktatur nur von ganzem Herzen ab.

Doch man macht es sich zu leicht, wenn man diese Defizite zum Maßstab der Bedeutung der ostdeutschen Oppositionsbewegung macht. Ich erinnerte ja bereits an den Berliner Appell, der die Deutsche Einheit thematisierte. Allerdings, und das ist interessant, alleine aus Friedensgesichstpunkten.

Es stellt sich die Frage:Ist die Oppositionsbewegung 1989/90 vom Ruf nach Deutscher Einheit überrascht und überrollt worden ? Für einen Teil der Oppositionellen stimmt das. Für die neu entstandene Sozialdemokratische Partei in der DDR, zuerst SDP, aber stimmt es keineswegs. Es stimmt auch nicht für die andere Parteigründung der Opposition, dem demokratischen Aufbau. Beide wollten die deutsche Einheit, und beide thematisierten sie auch. Aber immer war die Demokratisierung der DDR, das heisst die Schaffung von Freiheit und Rechtsstaat grundlegend für weitere Entwicklungen. Erst musste das Selbstbestimmungsrecht der Ostdeutschen wieder geschaffen werden.

Das taten die Ostdeutschen im September Oktober 89 auf ermutigende und erfrischende Weise, was übrigens keineswegs ein rein spontaner Akt der Massenerhebung war. Leipzig hängt mit Namen wie Wonneberger und Führer zusammen, und wie die ganze Revolution mit diesen kleinen oppositionellen Gruppen, die sich überall, bis zur letzten Kleinstadt in der DDR gebildet hatten.

Nach der Niederlage der SED, und der daraus folgenden Maueröffnung Nov. 89 allerdings brach sich der Wunsch nach Deutscher Einheit in einer Art und Weise durch, dass ihn niemand mehr aufhalten konnte. In dieser zweiten Phase der Revolution wurde dieser Wunsch soweit durchgesetzt, dass Ende November niemand mehr die Deutsche Einheit, in Ost und West in Frage stellte.

Je stärker dieser Wunsch alleine gefühlsgeleitet war, desto grösser war die Gefahr, dass er mit Illusionen verbunden war.

Wie dem auch sei. Die Deutsche Einheit vollzog ja die Lösung gleich mehrerer großer Probleme im Herzen von Europa. Sie besiegelte das Ende des Kommunismus in Deutschland. Sie beendete die Nachkriegszeit und machte Deutschland innerhalb der europäischen Nationen zu einer gleichen unter gleichen. Sie überwand das Misstrauen, das in Europa vor Deutschland bei manch einem Nachbarn geherrscht hatte. Die Demokratisierung der DDR, die Entmachtung der Kommunisten war auch die Voraussetzung für das Ende des atomaren Wettrüstens, und für die Spaltung der Welt in zwei Lager. Der Ost-West-Konflikt fand hiermit sein Ende. Die Revolution wirkte wie das Durchhauen eines gordischen Knotens, wobei man hier allerdings die Freiheitsbewegungen in allen osteuropäischen Ländern hochhalten muss, die sich gegenseitig beeinflussten und bedingten.

Dass Kohl zum Kanzler der Einheit wurde ist einerseits seinem grossen aussenpolitischen Geschick zu verdanken, andererseits ein Mythos, denn der Begründer der Deutschen Einheit war er nicht. Das waren die Menschen auf den Strassen in Ostdeutschland, die lange auf die Gelegenheit gewartet hatten, den Kommunisten einen Fusstritt zu versetzen.

Mit der Deutschen Einheit ist Deutschland angekommen im Herzen Europas, als demokratische Nation, denn eine andere gibt es nicht. Wir sind gross, wenn sich die Menschen in unserem Land wohlfühlen, wenn sie sich entwickeln und entfalten können, und wir werden schwach, wenn unsere Demokratie schwach wird. Wir haben keine andere Staatsidee als die Würde der Menschen, und das Bewusstsein in freier Selbstbestimmung zusammengekommen zu sein.

Deutschland lebt in einer Lage, davon konnte man in den tausend Jahren seiner Geschichte nur träumen. Frei umgehen von freien Nachbarn, von denen kein einziger uns bedroht. Wir sind bedeutend in Europa, aber das macht uns nicht hochmütig und darf es nicht.

Heute gehen die europäischen Länder aufeinander zu. Sie verhandeln, wo sie früher Krieg geführt haben. Sie lassen sich auf eine gemeinsame europäische Perspektive ein und ordnen sich dieser Idee, soweit wie nötig unter. Denn dieses Europa ist unsere Zukunft.

Die europäischen Nationen hatten ihre Höhepunkte und ihre Abgründe. Was jetzt in Europa geschieht, das ist neu, das ist spannend und das kann zu einem Modell friedlichen Zusammenlebens für ganze Kontinente werden. Aber ich will mich hüten, voreilig schon wieder von neuen Missionen zu reden. Es reicht, dass wir an diesem Projekt beteiligt sind, das wir uns nicht kaputt machen lassen sollten, und dessen Erfolg wir nur wünschen können.

Es bleibt die Frage, wie die Bilanz der Deutschen Einheit für uns in Deutschland ausfällt. Dies wird unterschiedlich zu beantworten sein, je nachdem welche Wünsche sich damit verbunden haben. Wir finden in Ostdeutschland strukturschwache Regionen, was aber nicht heisst, dass dort das Leben nicht lebenswert wäre.

Manchmal habe ich das Gefühl, die Menschen haben sich mehr von der Einheit versprochen. Es ist faszinierend zu erkennen, welche Wege man gehen kann, wenn man sich zutraut sie zu beschreiten. Selbstvertrauen und Vertrauen in die Mitbürger ist der Odem der Demokratie.

Es war faszinierend, mit welchem Selbstvertrauen und welchem Mut die Menschen auf die Strasse gegangen sind. Das waren Zeiten, in denen man seinen Optimismus wiederfinden oder bestätigen kann.

Das Gefühl der Zusammengehörigkeit in den Wochen und Monaten nach der Maueröffnung zwischen Ost und West war enorm stark und beflügelnd. Und die Leistungen der Deutschen Einheit für die Wiederaufbau Ostdeutschlands und die soziale Lage in den neuen Ländern, der faktische Lastenausgleich sind gewaltig. Auch das sollte man sich von niemanden kaputt reden lassen.

Wenn heute Zaghaftigkeit und Ostalgie spürbar sind, dann hat das nichts mit der Ablehnung der Deutschen Einheit zu tun. Eher mit den Mühen der eigenen Verantwortung. Aber das sagt sich so leicht.

Wir haben eben nicht nur über die Leistungen von gestern zu sprechen, sondern auch über die Aufgaben von heute. Und auch das ist wieder ein anderes Thema.

Übrigens meine Frau ist tatsächlich eine begeisterte Lehrerin im Wedding. Manchmal habe ich das Gefühl sie behandelt ihre Schüler mit dem besagten 90%-Migrationshintergrund wie ihre eigenen Kinder. Das macht sie so selbstverständlich, wie diese sie als ihre Lehrerin akzeptieren. Und das ist kein Einzelfall.

Die Deutsche Einheit, täglich erlebt von Millionen Menschen ist so selbstverständlich geworden, dass man gelegentlich Festveranstaltungen braucht, um daran zu erinnern.


 

Stephan Hilsberg



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Tagesordnung der Mitgliederversammlung am 21.10.09

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