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Briefmarkensammlung WR 09.06.2009

 

Hilchenbach-Allenbach. Briefmarken für Bethel? „Viele wussten gar nicht mehr, dass es das nach wie vor gibt”, erzählt Klaus Stötzel, der mit einem eigenen Aufruf vor zweieinhalb Jahren in die Sammelaktion eingestiegen ist. Und seitdem kommen sie wieder, kiloweise Briefmarken, die von behinderten Mitarbeitern der Bodelschwinghschen Anstalten vom Papier gelöst, sortiert, bewertet und auf den Sammlermarkt gebracht werden.
Es sind dieselben Schätzchen wie die, die früherere Generationen nach Bethel brachten: mit Ortsnamen abgestempelte Ecken von Briefumschlägen, die samt Inhalt für 20 Pfennige im Jahre 1963 oder für 80 Pfennige 1986 befördert wurden. Nur: Jetzt finden sie sich nicht mehr im Papierkorb, sondern in Nachlässen auf Speichern und in Kellern. Für den aktuellen Nachschub, frankiert in Euro und Cent, sorgen Kindergärten und Schulen. Aber auch im Rathaus und bei der Arbeitagentur konnte Klaus Stötzel Sammelboxen deponieren. Dass Behörden dabei aus Gründen des Datenschutzes nie ganze Umschläge abgeben, tut dem Allenbacher Leid: „Das würde einen weiteren Arbeitsplatz in Bethel sichern.”

Den Bodelschwinghschen Anstalten, seit 2005 auch Träger des Hauses Burgweg in Burbach (die Wohneinrichtung, die das „Kinderzuhause” der Kinderklinik ergänzt), ist Klaus Stötzel seit 15 Jahren verbunden; Sohn Lars, an Epilepsie erkrankt, wird dort regelmäßig behandelt.
«Bestimmt schon
eine Million Marken«

Bei den Fahrten dorthin ist das Gepäck größer geworden, „ich habe bestimmt schon eine Million Marken da hingefahren”. Entstanden sind dabei viele persönliche Kontakte, auch zu Ulrich Pohl, dem Vorstandsvorsitzenden der Anstalten. Ihn hat Stötzel zu einem zweiten Besuch nach Hilchenbach eingeladen, diesmal nicht in die „kleine” Stiftskirche, sondern in den großen Dom. Sonntag, 14. Juni, 10 Uhr wird Pfarrer Pohl in Hilchenbach die Sonntagspredigt halten.

Briefmarken für Bethel: Es werden, im Zeitalter von SMS und E-Mail, weniger. Aber immer noch genug. Ein Engagement, das Zeit nicht nur zum Einpacken erfordert. Sondern hin und wieder auch zum Zurück- und Nachdenken - über die Volkszählung von 1987 auf der 80-Pfennig-Marke zum Beispiel, oder an den Besuch von Papst Johannes Paul II 1987 in Deutschland. Klaus Stötzel hat noch ein paar Tage Zeit zum Ausschneiden: Am 10. August wird das Auto für Bethel wieder vollgepackt.

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